Sie

Sie springt dir von hinten in den Nacken und lähmt dich, sodass du nichts mehr tun kannst. Du willst dich bewegen, sie abschütteln und dich wieder bewegen, doch du kannst nicht. Sie hat dich fest im Griff und steuert alle deine Taten.

Sie unterdrückt deine Fähigkeit, rational zu denken. Sie lässt dich im strömenden Regen stehen, wie ein Kind, dem man gerade sein Lieblingsstofftier weggenommen hat. Sie lenkt dich, wie eine Marionette, die unfähig ist, sich von ihren Fäden zu befreien. Du kämpfst dagegen an, mit jeder Faser deines Seins, bis du ihr schließlich erliegst.

Du bist abhängig von ihr, kannst alleine nicht mehr denken, bist ein kleines Kind, das man mitten in der Stadt aussetzt und sagt: “Komm, das ist dein Leben, mach was draus!” Du kannst nicht alleine, kannst nicht ohne sie. Vielleicht genießt du diese Zeit sogar, doch irgendwann ist sie vorbei.

Du liegst allein und verlassen in einer Pfütze, gebrochen. Sie hat beschlossen, dass du als ihre Marionette nicht mehr tauglich bist und hat das Fadenkreuz mitsamt dir weggeworfen… Das Fadengewirr und das schwere Holz drücken dich zu Boden, dein Gesicht immer weiter ins Wasser bis du nicht mehr atmen kannst… So liegst du da, bis der nächste beschließt mit dir zu spielen, das Fadenkreuz aufhebt und dich mit ihm davonschleppt…

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