“Hallo, ich bims Levy, i bims 1 Krabbentier”

Nein, ich werde euch jetzt nicht erzählen, dass ich eine sprechende Krabbe in Tokyo getroffen habe, eigentlich ist das eher das Resultat einer über elfstündigen Flugreise. Schon interessant, was Übermüdung in Kombination mit Kaffein mit einem anstellen kann.

Halt, was, Tokyo? Jup, um genauer zu sein, bin ich vor drei Wochen zurückgekommen und bin meinen schrecklichen Jetlag bis jetzt auch endlich mal wieder losgeworden.

Was ich von dort mitgenommen habe? Erfahrungen und einen unglaublichen Einblick in die asiatische Kultur. Viele Dinge sind dort so anders, so selbstverständlich, was bei uns die Ausnahme wäre. Nein, ich rede jetzt nicht nur übers Essen, ich meine auch vor allem diese Unglaubliche Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit und Rücksichtsnahme. In Japan ist es selbstverständlich, dass man in der Metro mucksmäuschenstill ist, oder sich im Flüsterton unterhält, um andere Menschen nicht zu stören. Denn ja, auch dieses Klischee hat sich bestätigt, die Japaner schlafen dort tatsächlich in der Metro, was bei Wegzeiten von mehreren Stunden auch definitiv Sinn macht.

fullsizeoutput_953Abgesehen davon ist die japanische Großstadt unfassbar sauber. In der ganzen Woche in Tokyo habe ich nur ein einziges Mal Müll (eine Plastikflasche) auf der Straße liegen sehen. Wenn man das ganze Mal mit Berlin vergleicht wird man schon fast eifersüchtig, denn unsere Hauptstadt ist leider leider nicht ganz so sauber… Was dort auch beeindruckend war, ist der öffentliche Nahverkehr, der einfach reibungslos funktioniert (zumindest soweit ich das mitbekommen habe). Jede Station besitzt seine eigene Melodie, die abgespielt wird, wenn dort gehalten wird, sodass jeder Passagier merkt, wann er aussteigen muss.

Nun zum eigentlich wichtigen Teil: Warum zur Hölle war ich mitten in der Schulzeit in Tokyo? Die Lösung heißt Hackathon.

Viele von euch wissen schon, dass ich mich mit Web Development beziehungsweise Software Entwicklung auseinandersetze und mich bemühe, meine Fähigkeiten in diesem Bereich immer weiter zu verbessern. Vor ungefähr einem Jahr war ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einem Hackathon in Berlin, Jugend Hackt genannt und von der Open Knowledge Foundation veranstaltet. Ich glaube, ich habe noch nie so viel in so kurzer Zeit gelernt, wie damals bei Jugend Hackt Berlin.

Jedenfalls wurde Jugend Hackt dieses Jahr in Zusammenarbeit mit dem Goetheinstitut auch in 3 asiatischen Städten veranstaltet und jeder Jugend Hackt – Teilnehmer hatte die Möglichkeit, sich für diesen einseitigen Schüleraustausch unter dem Motto “Vernetzte Welten” zu bewerben. And that’s it basically.

Ich bin dem Goethe Institut sehr sehr dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe und bemühe mich auf jeden Fall, die Kontakte, die ich dort mit anderen Jugendlichen aus asiatischen Ländern geknüpft habe, auch zu halten.

Was ich anderen Menschen, die so etwas auch einmal erleben wollen, raten würde? Haltet die Augen offen, sucht euch Austauschprogramme, jobbt neben der Schule. Ich hätte es so bereut, wenn ich diese Chance nicht ergriffen hätte und abgesehen von dieser einmaligen Gelegenheit war ich ja auch schon in Amerika und zwei Mal während der Schulzeit in Spanien. Ich glaube nicht, dass ich jemals in meinem Leben, wieder so viel Zeit haben werde, solche Dinge zu erleben und es wäre dumm, all das nicht jetzt zu tun. Stress mit der Schule? Oh ja, das habe ich. Aber es ist machbar. Außerdem ist es sehr viel angenehmer, von zu Hause Dinge nachzulernen, als in den Unterrichtsstunden beinahe einzuschlafen (sorry an meine teilweise echt tollen Lehrer). Wenn ihr nicht gerade die größten Probleme in Mathe, oder Physik habt (Dinge, die man erklärt bekommen muss), dann rate ich euch auf jeden Fall: Ergreift jede sich euch bietende Möglichkeit, die Welt zu sehen. Diese Erfahrungen sind mit die wertvollsten Dinge, die ihr in eurem Leben erreichen könnt.

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