Warum erzähle ich euch das?

Lange ist es her, seit ich zum letzten Mal etwas gepostet habe. Gut, eigentlich erst zwei Wochen, aber für mich ist das eine ganze Ewigkeit, in der viel passiert ist.

Zum einen gab es für mich endlich Zeugnisse, das erste Halbjahr der Oberstufe ist nun also offiziell überstanden. Zum anderen hat für mich die Theaterwoche (eine Probenwoche unseres Schulensembles) begonnen, die mit der Premiere am Freitag und der zweiten Aufführung am Samstag sein Ende finden und am Montag wieder in eine normale Schulwoche übergehen wird.

In den letzten Wochen ist viel passiert und ich konnte mich einfach nicht dazu aufraffen, einen Post zu schreiben, weil ich die nötige Energie dazu einfach nicht gefunden habe. Und das ist das Thema, über das ich heute mit euch reden möchte.

Ich habe Phasen, in denen ich für nichts Energie habe, ich nichts auf die Reihe bekomme und bei jeder Kleinigkeit anfangen könnte zu weinen. Manchmal ist es ein Kampf, morgens überhaupt das Bett zu verlassen und in der Schule wach zu bleiben, weil alles so unfassbar viel Kraft kostet. Entscheidungen sollte ich in dieser Zeit sowieso keine treffen, weil ich sie später nur bereuen werde aber irgendwie muss ich ja mein tägliches Leben trotzdem noch auf die Reihe bekommen, ohne mein Abitur in den Sand zu setzen, weil ich mich in der Schule nicht konzentrieren kann. Es kostet mich teilweise sehr viel Kraft, die normalsten Dinge zu tun, wie zum Beispiel ein Gespräch zu führen, Hausaufgaben zu machen oder mich mit Freunden zu treffen. Das heißt jetzt nicht, dass ich dann nur die ganze Zeit deprimiert in einer Ecke hänge, ich kann dann auch mit meinen Freunden normal Spaß haben. Bis ich dann alleine nach Hause gehe und nicht schlafen kann weil mich meine Gedanken wachhalten und ich am nächsten Morgen gerädert aufwache und mich mit Koffeein am Leben halten muss.

Warum erzähle ich euch das?

In letzter Zeit haben mich viele Menschen darauf angesprochen, dass sie es bewundernswert finden, wie ich so viele Dinge gleichzeitig auf die Reihe bekomme, wie ich mit Ablehnung und Hass so gut umgehen könnte und wie ich einfach mein eigenes Ding durchziehen würde. Anscheinend bin ich für manche zu einem kleinen Vorbild geworden und deswegen finde ich es wichtig, ehrlich zu euch allen zu sein.

Es geht mir nicht immer gut. Meistens tatsächlich überhaupt nicht. Ich habe meine guten und meine schlechten Phasen, in meinen guten bin ich so wie alle anderen Menschen auch, in meinen schlechten falle ich in ein tiefes schwarzes Loch und kann nichts dagegen tun. Dann ist es für mich sehr schwierig, mein Pensum überhaupt zu schaffen, manchmal schaffe ich auch manche Dinge nicht und genau diese Rückschläge sorgen auch dafür, dass ich mich dann noch schlechter fühle. Trotzdem bekomme ich meistens meine normalen Aufgaben noch auf die Reihe und deswegen glauben die meisten, das ich ein ganz “normaler” glücklicher Mensch bin. Bin ich aber nicht, auch wenn das manchmal so scheint.

Ich möchte euch einfach deutlich machen, dass die meisten Menschen nicht “perfekt” sind, auch wenn sie vielleicht so scheinen. Wir alle sind ganz normale Menschen, es ist normal, schlechte Phasen zu haben und nicht immer happy pappy zu sein.

Macht euch nicht selbst fertig in dem ihr sagt “oh man, ich wäre so gerne so wie du” bloß weil eine Person immer so glücklich und ausgeglichen wirkt.

Es ist okay, du zu sein.

 

Der letzte Tag | Selbstexperiment

Nach sechs langen Wochen ist es nun endlich so weit: Der letzte Tag meines Selbstexperiment ist gekommen und mittlerweile auch schon wieder vorbei. Rückblickend betrachtet kann ich sagen, dass es auf jeden Fall eine tolle Erfahrung war, es am Anfang schwierig ist aber man sich erstaunlich gut daran gewöhnt. Ich glaube auch, dass ich das Ganze nach den Ferien fortführen werde und habe mir jetzt auch für die nächste Woche das Ziel gesetzt, jeden Tag um 7:30 Uhr aufzustehen (also 2h später als zur Schulzeit) damit mein Körper sich nicht wieder aufs neue daran gewöhnen muss. Dabei habe ich ein paar für mich erstaunliche Dinge gelernt, wie zum Beispiel, dass ich an meiner Selbstdisziplin echt arbeiten sollte, dass die Tage sehr viel erträglicher sind, wenn ich morgens direkt ein Glas Wasser trinke und wenn ich nicht auf “Snooze” drücke.

Alles in allem bin ich in dieser Zeit sehr viel produktiver gewesen, als ich es davor war. Das hat relativ einfache Gründe: Früher habe ich meine Abende z.B mit Netflix verbracht und wenn man diese 1,5h plötzlich morgens und nicht abends hat, ist man erstaunlich unmotiviert, diese Zeit auf Netflix zu vergeuden. Man ist ja schließlich aufgestanden, und das muss es ja jetzt irgendwie wert gewesen sein.

Man braucht circa 3 Wochen um sich an den neuen Schlafrhythmus zu gewöhnen und man sollte auch an den Wochenenden nicht länger als bis 8:00 Uhr schlafen, wenn man sich nicht am Montag völlig erschlagen fühlen will. Außerdem ist es hilfreich, ein festes Morgenritual zu entwickeln, an das man sich hält und danach erst jeden Morgen individuell mit Aufgaben füllt. Für mich persönlich war das ganze Experiment eine sehr gute Erfahrung, aus der ich viele neue Dinge gelernt habe, die ich auch in Zukunft weiter anwenden werde.

Ich kann das Ganze eigentlich nur weiterempfehlen, aber nur wenn man gewillt ist, die ersten Wochen jeden Tag einen inneren Kampf mit sich selbst zu bestreiten und zu gewinnen.

Wie man es schafft, früh aufzustehen und dann auch produktiv zu sein

In letzter Zeit haben immer mehr Leute von meinem Selbstexperiment mitbekommen und ich werde immer häufiger gefragt, wie ich es denn überhaupt hinbekomme, so früh aufzustehen und dabei auch noch produktiv zu sein. Deswegen habe ich mir ein paar Dinge überlegt, die dabei helfen, morgens früh aufzustehen und dann produktiv zu sein.

  1. Es gibt kein Snooze. Entweder du stehst auf, wenn dein Wecker zum ersten Mal klingelt oder du kannst es gleich bleiben lassen, denn die Versuchung alle 5 bis 10 Minuten wieder und wieder auf den Knopf zu drücken, der es dir erlaubt, weiterhin in deinem warmen & kuscheligem Bett zu bleiben ist wirklich groß. Dein Leben wird auch nicht darauf warten, bis es mal kuschelig und warm ist, bis es weitergeht. Wenn du deinen Morgen produktiv nutzen willst, dann deaktiviere die Snooze-Funktion und stehe einfach auf.
  2. Entwickle dein eigenes kleines Morgenritual. Beginne entweder mit einer Tasse Tee / Kaffee oder einem Glas Wasser, aber es ist wichtig, etwas zu trinken da man meistens nach der Nacht ein wenig dehydriert ist und man das wieder ausgleichen sollte. Außerdem hilft ein Glas kaltes Wasser sehr beim wach werden.
  3. Zieh dich direkt an und gehe danach frühstücken. Währenddessen kann ja dein Tee ein wenig abkühlen und es ist sehr viel leichter, vom Bett fernzubleiben, wenn man angezogen ist, anstatt im doch eher kühlen Schlafanzug rumzulaufen.
  4. Mache nach dem Frühstücken direkt dein Bett um die Versuchung, sich wieder hineinzulegen zu minimieren aber du solltest es nicht direkt nach dem Aufstehen machen, da es zuerst ein wenig auslüften sollte.
  5. Schreibe dir am Abend vorher, bevor du ins Bett gehst eine To-Do Liste für den nächsten Morgen, sodass du genau weißt, was du noch alles zu erledigen hast. Studien haben herausgefunden, dass Menschen, die abends aufschreiben, was sie am nächsten Tag zu erledigen haben, nachts besser schlafen.

Ich hoffe euch hilft das Ganze und es beantwortet ein paar Fragen. 🙂