Fortschritte

Seit einer etwas längeren Zeit, die sich für mich wie eine halbe Ewigkeit angefühlt hat, habe ich damit gekämpft, die Distanz von 10km zu bewältigen..

Gestern habe ich es endlich geschafft, und dieses Mal nicht mit dem Gefühl, danach zusammenzubrechen, sondern noch mit so viel Motivation, dass ich noch 6km daraufgesetzt und im Endeffekt eine Distanz von 16km in ein bisschen mehr als einer Stunde und 50 Minuten zurückgelegt habe – Für mich ein riesiger Erfolg.

Was mich deprimiert hat ist, dass mein Laufpartner (der normalerweise nur um die 4,5km läuft) ohne Probleme mit mir mithalten konnte und auch im Endeffekt an diesem Tag 14km gelaufen ist. Das fühlte sich im ersten Moment einfach nur unfair an aber die Freude über mein eigenes erreichtes Ziel überwog am Ende dann doch. Es wäre vermutlich auch nur halb so schön gewesen, wenn ich nicht so sehr dafür kämpfen hätte müssen.

Ich sehe zwar nicht immer so motiviert aus, aber ich gebe mir Mühe.

Zum ersten Mal habe ich wirklich das Gefühl, ich könnte den Halbmarathon wirklich schaffen. Nicht, weil ich irgendwie Glück mit meiner Genetik und meinem Körperbau hatte, sondern weil ich dafür kämpfen werde und mir gestern gezeigt hat, dass ich meine Ziele auch tatsächlich erreichen kann.

Das ist einer der wichtigsten Gründe, warum ich laufe. Weil es nur von mir selbst und meinem eigenen Willen abhängig ist, ob ich es schaffen werde oder nicht.

4 Antworten auf „Fortschritte“

  1. Wäre es nicht sinnvoller, diese hoch gelobte „Willenskraft“ für etwas einzusetzen, das auch anderen – oder gar dem Gemeinwohl – dient – und nicht nur dem eigenen Ego, das sich an den Erfolgen erfreut?

    Dass du laufen kannst, ist auch keineswegs allein von deinem Willen abhängig. Du benötigst dazu den Support einer Gesellschaft, die dir dafür freie Zeit lässt, du brauchst die passende Infrastruktur und Umwelt, und du musst das Glück haben, nicht zufällig krank zu werden oder zu verunfallen.

    1. Bloß weil ich meine Willenskraft auch dazu verwende, meine Ziele beim Laufen zu erreichen, heißt das doch nicht, dass ich nichts anderes mehr dazu tun kann. Ich kann deinen Einwand um ehrlich zu sein nicht ganz nachzuvollziehen, da das eine das andere nicht ausschließt.
      Abgesehen davon dient das Laufen nicht nur „dem eigenen Ego“ sondern der Gesundheit und dem seelischen Wohlbefinden, aber diese Aspekte scheinen für dich keine Rolle zu spielen.
      Natürlich ist das Laufen auch davon abhängig, wie viel Zeit man hat, ob man gesundheitlich in der Lage ist, … – nichtsdestotrotz hängt es im Endeffekt davon ab, ob du willst oder nicht. Ich konnte dieses Jahr eine lange Zeit keinen Sport machen, weil ich gesundheitlich nicht dazu fähig war und trotzdem hängt es jetzt von meinem Willen ab. Es geht ja nicht nur darum, OB du läufst, sondern wie oft und wie lange und das ist abgesehen von gesundheitlichen Faktoren durchaus von dir abhängig. Du musst Prioritäten setzen und vielleicht entscheidest du dich, zwei Stunden zu laufen, anstatt dich mit deinen Freunden zu treffen. Oder vielleicht entscheidest du dich, (so wie ich) jeden Tag zwei Stunden früher aufzustehen und in dieser Zeit Sport zu machen.
      Wenn du Laufen willst und deine Prioritäten demnach setzt bist du auch fast immer in der Lage, es wirklich zu tun.

  2. Ok, danke für deine Antwort – dachte eher, du wirst meinen Kommentar löschen. Der definitiv zu einseitig war – und ohne dich zu kennen eh irgendwie fehl am Platz.

    Sorry, ich hatte wohl einen schlechten Tag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.