Achtung, linksgrünversifft.

Wenn ich an Deutschland denke, dann fallen mir immer zuerst unsere Werte ein, Werte auf die ich stolz bin und die ich mittlerweile jeden Tag aufs Neue verteidigen muss. Offenheit, Toleranz, Akzeptanz und Menschlichkeit.

Dinge, die eigentlich einmal selbstverständlich waren, oder es zumindest einmal sein sollten. Und dann, dann lese ich mir die Artikel über Chemnitz durch, über den neuesten Aufmarsch der Nazis, der nun wirklich niemanden abgesehen von der sächsischen Polizei überrascht hat. Über einen wütenden Mob, der Menschen gejagt hat, die nicht ihrem Bild eines “Deutschen” entsprochen haben, über Medien, die die Ausschreitungen und Jagdszenen als “immigrationskritische Demonstrationen” bezeichnet haben und die ganze Situation als ein Gegenüberstehen von “extremen Lagern”.

Nein. Nein, es sind keine “extremen” Lager, es ist nicht extrem, gegen Ausländerhass, gegen Rassismus, gegen Nazis zu sein, es ist normal. Wer diese Demonstrationen als “linke und rechte” Aufmärsche verharmlost, der macht es normal, Dinge wie “Deutschland den Deutschen” zu skandieren und ganz offen den Hitlergruß zu zeigen, sowie Jagd auf “ausländisch Aussehende” zu machen.

Wenn Journalisten sich aus Angst vor den rechten Demonstranten nicht mehr trauen, ihre Arbeit zu machen, der gleiche Sender dann aber nur von “rechten und linken Demonstrationen” berichtet, dann ist auch dort etwas schief gelaufen. Ich komme nicht um das Gefühl herum, dass nicht nur unsere Politik, sondern auch unsere Polizei und Presse auf dem rechten Auge blind ist.

Chemnitz, diese Ausschreitungen, diese Hetzjagd ist ein direktes Resultat aus dem ewigen “Das wird man ja wohl nochmal sagen dürfen” und den immer weiter rechtsaußen positionierten Politikern, die in Talkshows eingeladen werden und ganz ungestraft ihre Theorien von “alimentierten Messerstechern” – so wie Alice Weidel im Bundestag – verbreiten dürfen.

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