Der erste Halbmarathon – 2 Wochen später

Der erste Halbmarathon meines Lebens. Der Versuch einer neuen, persönlichen Bestzeit. Eine völlig neue Umgebung. Aufregung. So viele Menschen um mich herum. Das Gefühl, ständig überholt zu werden. Seitenstechen. Leistenschmerzen. Das Gefühl, die Pace nicht halten zu können. 24 Minuten später im Ziel eintreffen als geplant, 4 Minuten langsamer als bei meinem ersten Halbmarathon.

Diese Gedankenfetzen fassen mein erstes Rennen leider ganz gut zusammen. Ich war vorbereitet, vielleicht nicht so gut, wie ich es hätte sein können, aber es wäre genug gewesen. Und dann, dann kam der Start. Und was mache ich? Ich laufe los, so wie es sich gut anfühlt, angestachelt von all den anderen Läufern um mich herum und nach den ersten 5 Kilometern merke ich, wie ich langsamer werde, wie ich außer Atem bin und die Motivation sinkt. Bei Kilometer 13 gehe ich zum ersten Mal, das Seitenstechen ist so stark, dass jeder Schritt weh tut. Bei Kilometer 17 das Gleiche noch einmal. In der Mitte von Kilometer 19 liegt am Straßenrand ein Läufer, der von einem Sanitäter versorgt wird. Beim Einlauf ins Olympiastadion freue ich mich einfach nur noch, dass es vorbei ist, nur um dann festzustellen, dass ich noch die 400m Bahn vor mir habe. Aber was solls, ich beende den Lauf und bin heilfroh, dass ich es geschafft habe.
Ich bin nicht glücklich mit meiner Zeit, ich hatte mir mehr erhofft.

In den Tagen danach posten Bekannte stolz Fotos von ihren Medaillen, versehen mit ellenlangen Texten darüber, was für ein tolles Erlebnis es war, wie gut sie sich währenddessen gefühlt haben und ich sage einfach nichts.

Mein Lauf lief nicht gut, ich habe mich mitreißen lassen und schmerzhaft gelernt, dass mein Körper leider nicht alles so kann, wie ich es will.

Und jetzt, fast zwei Wochen später überlege ich, ob ich mich für den nächsten Lauf anmelden will. Weil ich es besser machen möchte. Weil ich weiß, dass ich es könnte.


Ich weiß, dieser Text war nicht angenehm zu lesen. Aber so ist die Realität manchmal eben. Das war mein Rückblick auf mein erstes Rennen, bei dem ich so viel wichtige Lektionen gelernt habe. Manchmal laufen Dinge nicht so, wie man sie sich vorstellt. Aber man lernt immer etwas für die Zukunft.

 

 

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