“Die wollen nur schwänzen”

Foto: Tobias Kohler

Seit einigen Wochen beschäftigt eine Jugendbewegung Europa, die Politik und die Medien: Fridays for Future ist die Klimagerechtigkeitsbewegung, die die Politik dazu auffordert, endlich zu handeln.

Ihre Forderungen in Deutschland sind einfach und präzise: Ein Kohleausstieg bis spätestens 2030 und eine echte, globale Zukunftspolitik.

Aber anstatt sich mit den Forderungen von Fridays for Future und den Berichten von Wissenschaftlern und Organisationen wie z.B. der IPCC auseinanderzusetzen, diskutiert mensch darüber, ob Schüler*innen überhaupt streiken dürfen, oder ob das als “schwänzen” gilt. Schließlich sind sich ja alle einig, dass Schüler*innen alles nur Menschenmögliche tun würden, um nicht in die Schule zu gehen.

Klar. Sie wollen nicht in die Schule und deswegen gehen sie freitags zuerst in die Schule und dann demonstrieren – und das länger, als sie jemals Unterricht hätten. Also ganz im Ernst, wer keine Lust hat, in die Schule zu gehen, der/die meldet sich einfach krank und bleibt zuhause, anstatt Konsequenzen wie Bemerkungen im Zeugnis oder Verweise in Kauf zu nehmen.

Uns Schülern geht es nicht darum, nicht in die Schule zu gehen. Glaubt mir, ich würde auch lieber für meine vier Unterrichtsstunden am Freitag in der Schule sitzen und auf den Beginn des Wochenendes warten, anstatt demonstrieren zu gehen und die ganze kommende Woche darauf zu warten, welche Konsequenzen mich jetzt ereilen werden. Aber das ist keine Option mehr. Wir gehen jetzt auf die Straße, weil wir keine andere Möglichkeit mehr haben. Wir sind die Generation, die die Konsequenzen eures Handelns tragen werden. Unsere Kinder sind diejenigen, die vielleicht nicht mehr auf dieser Erde leben werden können.

Es geht nicht darum, ob Schüler*innen streiken “dürfen”, oder ob das als schwänzen gilt, es geht nicht darum, ob wir zu viel Stoff verpassen oder ob das Demonstrieren nur eine Ausrede ist, um nicht in die Schule gehen zu müssen. Die Frage ist nicht, wie die Kultusministerien mit den streikenden Schüler”innen umgehen und welche Konsequenzen angemessen sind. Es geht darum, endlich zu handeln und gegen den Klimawandel, die größte Bedrohung der Menschheit, vorzugehen.

Die Zeit des Handelns ist jetzt, die Jahrzehnte des Nicht-Handelns haben uns keine andere Wahl mehr gelassen.
Wir – müssen – streiken, bis ihr handelt.


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