“Heutzutage reicht es für das Abitur, den Taschenrechner bedienen zu können” oder “Wie Menschen, die seit Jahrzehnten in keiner Schule mehr waren, sich ein Urteil bilden.”

Das Matheabitur ist in Bayern jetzt knapp 11 Tage her und noch immer ist die Empörung über den angeblich zu hohen Schwierigkeitsgrad groß. Schüler*innen – und das nicht nur in Bayern – haben Petitionen an ihre jeweiligen Kultusministerien gestartet, die in Bayern wurde bis heute von mehr als 72.000 Menschen unterzeichnet.

Doch während Abiturient*innen sich echauffieren und versuchen zu erklären, was genau denn an den Aufgaben so schwierig war, nehmen viele Journalist*innen dies als Gelegenheit, sich über die “Generation Schneeflocke” lustig zu machen. 
Hans Kratzer titelte in der SZ gar “Matheschwäche gilt heute beinahe als Verdienst” und erfährt damit auch gar nicht mal so wenig Zustimmung. Weiter heißt es bei ihm “Das Abiturzeugnis erhalten nun auch jene, die lediglich den Taschenrechner bedienen können.” und “Das Fach Mathematik wurde im Gymnasium nach und nach auf ein unteres Grundkursniveau heruntergedimmt. Es ist schon längst kein Angstfach mehr, […].”
Angesichts dieser Aussagen muss ich nun doch fragen, wann der werte Hans Kratzer zum letzten Mal den Mathematikunterricht, vor allem den bayerischen, besucht hat. Mathe ist kein Angstfach mehr? Das soll er doch bitte einmal den Schüler*innen erzählen, die regelmäßig beim Gedanken an das Matheabitur in Tränen ausgebrochen sind.

Bei großen Teilen der Debatte frage ich mich, ob die Journalist*innen und Politiker*innen sowie die selbsternannten Spezialist*innen nicht doch den Kernpunkt verfehlen. Viele große Medienhäuser, die über das Abitur berichteten, ließen einige Aufgaben vorrechnen, bekleckterten sich dabei allerdings nicht mit Ruhm, was die journalistische Sorgfaltspflicht betrifft.
Die SZ beispielsweise ließ einen ihrer Redakteure eine Aufgabe vorrechnen und untertitelte das mit “Wer die Aufgaben allerdings nachrechnet, merkt sehr schnell: Das war alles machbar.” Welche Aufgabe sie vorgerechnet haben? Die einfachste. So einfach kann mensch es sich natürlich auch machen.

Es ist aber auch viel einfacher, die Abiturient*innen als sensible Schneeflocken darzustellen, anstatt über das eigentliche Problem zu sprechen: Das Abitur ist ungerecht und das nicht nur in Bayern sondern in ganz Deutschland. Ungerecht, da das Elternhaus immer mehr über den schulischen Erfolg bestimmt, ungerecht, da jedes Bundesland unterschiedliche Anforderungen an seine Abiturient*innen stellt, ungerecht, da die verschiedenen Abiture nicht miteinander verglichen werden können.

Aber ja, ich kann verstehen, dass mensch die Beschwerden der Abiturient*innen lieber ins Lächerliche zieht (wie z.B. mit der Ankündigung von “Mondays für Abitur”) anstatt sich mit den eigentlichen Problemen des deutschen Bildungssystemes auseinanderzusetzen. Oder sind es doch die der 16 deutschen Bildungssysteme?

Der “Spaß-Tüv” – Sind jetzt etwa alle Witze verboten?

Karneval, Narrenzeit. Die Zeit, in der unter dem scheinheiligen Mantel der Narrenfreiheit so manche Dinge gesagt und Hiebe unter der Gürtellinie ausgeteilt werden. Annegret Kramp-Karrenbauer setzte sich mit einem “Witz” über das dritte Geschlecht gehörig in die Nesseln – und das zu Recht.

“Wer war denn von Euch vor kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen. Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder noch sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist diese Toilette.”

Das verkaufte Kramp-Karrenbauer während ihrem “satirischen” Auftritt am Donnerstag im baden-württembergischen Stockach am Bodensee als Witz, denn im Karneval darf man ja anscheinend auch Dinge, die normalerweise nicht erlaubt sind. Andererseits, bei AKK wäre es auch keine Überraschung gewesen, wenn sie eine Äußerung wie diese in einer ihrer ganz normalen Ansprachen gemacht hätte. Schließlich fiel sie schon oft durch ihren sehr konservativen Standpunkt zur gleichgeschlechtlichen Ehe auf, die sie mehrmal in die Nähe von Inzest und Polygamie gerückt hatte.

Das gesamte Internet – vorrangig Twitter – fand ihren “Witz” auch überhaupt nicht witzig und so forderten einige namhafte Blogger*innen und Politiker*innen (so unter anderem Sven Lehmann und Jens Brandenburg) Entschuldigungen von ihr, während Ralf Schuler von der Bild lieber fragte, was die ganze Aufregung denn eigentlich sollte. Schließlich ist ja Karneval und ein “Karneval der Korrekten” wäre ja auch wahnsinnig langweilig.

Stimmt schon, worüber sollen privilegierte, weiße, cis und heterosexuelle Menschen denn eigentlich noch lachen, wenn nicht über Frauen, Homo-,Trans- und Intersexuelle oder andere marginalisierte Gruppen? Witze sind ja nicht witzig, wenn alle lachen können; für mindestens eine Bevölkerungsgruppe muss so ein richtiger Witz unbedingt beleidigend sein, sonst qualifiziert er ja nicht als witzig. – Zumindest ist das das Gefühl, das mensch bekommt, wenn es Kommentare wie den von Ralf Schuler liest, der das Konzept von Witzen anscheinend nicht ganz verstanden hat.

Wir kennen das ja, als Kind macht mensch gerne mal böse Kommentare, die wir dann auch noch witzig fanden, schließlich konnte mensch ja selbst drüber lachen. Und dann bringt dir eine*r Erwachsene*r auf mehr oder weniger schonende Art und Weise bei, dass Dinge eigentlich nur dann witzig sind, wenn jede*r darüber lachen kann. Bei unserer Gesellschaft und jetzt gerade Annegret Kramp-Karrenbauer bekommt mensch immer öfter das Gefühl, dass so manche*r diese Person in ihrer Erziehung nicht hatten, die einem*r beibrachten, dass es nicht witzig ist, sich auf Kosten anderer einen “Spaß” zu erlauben sondern einfach unangebracht und unhöflich.

Im Karneval ging es ursprünglich einmal darum, sich über Herrschende lustig zu machen, Machtstrukturen aufzuzeigen und ins Lächerliche zu ziehen und nicht darum, noch einmal nach unten zu treten und es damit denen, die es sowieso schon schwer hatten, noch schwerer zu machen.

Aus Schülersicht: Gymnasien in Bayern

Symbolbild. Quelle: Pixabay

Bayern und sein Schulsystem, oft über den grünen Klee gelobt und von Menschen in ganz Deutschland als besonders schwierig aber gleichzeitig besonders gut betrachtet. Schulen in Bayern sind gut ausgestattet, die Lehrer*innen gut ausgebildet und der Weg zum Abitur viel schwieriger als in anderen Bundesländern. Oder zumindest heißt es das immer.

Aber wie viel ist da wirklich dran? Sind die bayerischen Schüler*innen wirklich so viel besser als die im Rest von Deutschland? Sind die Schulen besser ausgestattet und der Stoff schwieriger?

Zunächst muss erwähnt werden, dass Bayern jetzt gerade wieder den Wechsel zwischen dem G8 und einem neuen G9 durchmacht, was zumindest aus meiner Perspektive wenig sinnvoll erscheint. Als Schülersprecherin hatte ich einige Monate vor der Entscheidung über das G9 die Möglichkeit, mit einem Mitglied des bayerischen Bildungsausschusses zu diskutieren, der uns mitteilte, dass der Lehrplan für das neue G9 und das eigentliche Konzept noch nicht einmal im entferntestem feststünde und die Politiker*innen somit auf bloßer Grundlage ihres Bauchgefühles entscheiden müssten. Einige Wochen später wurde dann die endgültige Entscheidung getroffen: Das G9 wird in einer neuen Form wieder eingeführt. Es ist zweifelhaft, dass das neue G9 die Situation der Schüler und Schülerinnen wirklich verbessern wird, da erst die Oberstufe so richtig stressig wird und genau das der einzige Teil ist, der nicht verändert werden wird. Es ist logisch, dass viele Schüler*innen auch in unteren Jahrgangsstufen Schwierigkeiten haben, Schritt zu halten. Nichtsdestotrotz ist die Oberstufe noch einmal etwas komplett anders und wie viele andere fühlte ich mich zu Beginn ins kalte Wasser geworfen, da der Kontrast zwischen zehnter und elfter Klasse ziemlich stark ist; und dass, obwohl ich eigentlich eine sehr gute Schülerin bin.

Das Schulsystem basiert bist jetzt auf reinem Frontalunterricht und darauf, wie schnell du Dinge auswendig lernen kannst. Das (bayerische) Gymnasium in seiner jetzigen Form hat nicht mehr allzu viel mit der Intelligenz der Schülerschaft, sondern mit deren Anpassungsfähigkeit an das System zu tun. Lehrer*innen, die Schüler*innen helfen sich Informationen selbst zu erarbeiten, die ihr Interesse in den Fächern wecken und zur selbständigen Arbeit ermuntern sind leider eher die Seltenheit. Stattdessen bekommt mensch so gut wie in allen Fächern einen vorgekauten Brei an die Tafel geschrieben, den mensch auswendig lernen muss und wenn mensch mit dieser Art des Unterrichts nicht arbeiten kann, hat man einfach Pech gehabt. 

In diesem Jahr hatte ich das Glück einige Lehrer*innen zu haben, die das eben nicht so machen, sondern jedem*r Schüler*in dabei halfen, sich Informationen selbst zu erarbeiten und danach gemeinsam mit den anderen zusammenzufassen und darüber zu diskutieren. Diese Lehrer*innen sorgen dafür, dass mensch damit beginnt, sich selbstständig mit dem Stoff auseinanderzusetzen und sich auch außerhalb des Unterrichts damit zu beschäftigen. Sie sorgen dafür, Schüler*innen zu eigenständigen und überlebensfähigen Menschen zu erziehen, die nicht nur darauf angewiesen sind, dass ihnen jemand das Wissen häppchenweise serviert. Denn das wird im späteren Leben auch niemand mehr tun.

Gleichzeitig wird von Lehrer*innen mehr und mehr das Bild einer angeblichen „Bildungselite“ vermittelt. Angeblich sind die Gymnasiast*innen nämlich die Intelligentesten und Schüler*innen anderer Schulformen im Allgemeinen dumm. Kommentare wie „Ja, dann mach halt den Quali noch nebenbei, wenn du das Gymnasium nicht schaffst ist das deine Absicherung und den schafft mensch mit links“ vermitteln ebenfalls ein falsches Bild der Bildungsqualität anderer Schularten. Der Stoff dort ist nicht unbedingt einfacher, sondern vielleicht einfach anders. 

Gymnasien in Bayern zeichnen sich jedoch noch durch andere Arten der Intoleranz aus, nicht nur gegenüber anderer Schularten sondern auch gegenüber anderer Religionen sowie Lebensstilen. Homophobe sowie sexistische Kommentare sind keine Seltenheit und einfach unangebracht. Hier ist es auch keine Seltenheit, dass Kruzifixe im Klassenzimmer hängen, genauso wie abfällige Bemerkungen über den Islam im Unterrichtsgespräch. Gleichzeitig ist es schwierig eine eigene Meinung im Unterricht zu vertreten ohne zu riskieren, als „Feminazi“ abgestempelt oder mit dem „Political Correctness ist so überbewertet“ Argument zum Schweigen gebracht zu werden. 

Jede*r Lehrer*in ist auch nur ein Mensch und vertritt deswegen logischerweise auch seine eigene Meinung aber es ist unangebracht, solche Dinge vor Schüler*innen zu sagen. Meist entwickeln die Schüler gerade in diesem Alter ihre Persönlichkeit und finden mehr über sich selbst und ihre Sexualität heraus. Wenn mensch in diesem Alter das Bild vermittelt bekommt, dass es nicht normal ist, homosexuell oder einfach nicht hetero und cis zu sein, dann kann das zu Unsicherheit, Selbstzweifel und -hass führen. Intoleranz, die in der Schule vermittelt wird, wird sehr oft einfach in die eigenen Überzeugungen und Moralvorstellung übernommen, da mensch davon ausgeht, dass die Lehrer*innen sich auskennen und für viele eine Art Vorbildfunktion erfüllen. Es ist für Jugendliche schwierig, aus diesem Denken wieder herauszukommen

All das sind Punkte, die sich dringend ändern müssen, aber allein dadurch, die Schulzeit wieder auf neun Jahre zu verlängern wird sich überhaupt nichts verändern. Was wir brauchen ist eine Überarbeitung des Konzeptes, um jeden Schüler optimal fördern zu können. Wir sollten nicht mehr nur bloßes Wissen sondern auch Kompetenzen und die Fähigkeit, Dinge zu begreifen und sich selbst beizubringen, lehren. Das G8 an sich war nichts Schlechtes per se, aber die Umsetzung in manchen Aspekten katastrophal. Deshalb sollte mensch daran arbeiten, dieses Konzept zu perfektionieren, anstatt wieder komplett bei Null anzufangen.

Aber das ist nicht öffentlichkeitswirksam und wird garantiert keine Wähler*innenstimmen bringen, denn die Überarbeitung und Perfektionierung eines bereits vorhandenen Systemes braucht seine Zeit und ist nicht dafür geeignet, zu kurz gedachte Wahlversprechen zu erfüllen. Würde mensch die Schüler*innen einfach mal nach ihrer Meinung fragen, danach fragen, wie mensch Schule besser machen kann, so würde mensch sich vermutlich einige Mühen sparen. Aber Schüler*innen sind nunmal nicht Wähler*innen und ihre Meinung somit nicht relevant genug.

“Die wollen nur schwänzen”

Foto: Tobias Kohler

Seit einigen Wochen beschäftigt eine Jugendbewegung Europa, die Politik und die Medien: Fridays for Future ist die Klimagerechtigkeitsbewegung, die die Politik dazu auffordert, endlich zu handeln.

Ihre Forderungen in Deutschland sind einfach und präzise: Ein Kohleausstieg bis spätestens 2030 und eine echte, globale Zukunftspolitik.

Aber anstatt sich mit den Forderungen von Fridays for Future und den Berichten von Wissenschaftlern und Organisationen wie z.B. der IPCC auseinanderzusetzen, diskutiert mensch darüber, ob Schüler*innen überhaupt streiken dürfen, oder ob das als “schwänzen” gilt. Schließlich sind sich ja alle einig, dass Schüler*innen alles nur Menschenmögliche tun würden, um nicht in die Schule zu gehen.

Klar. Sie wollen nicht in die Schule und deswegen gehen sie freitags zuerst in die Schule und dann demonstrieren – und das länger, als sie jemals Unterricht hätten. Also ganz im Ernst, wer keine Lust hat, in die Schule zu gehen, der/die meldet sich einfach krank und bleibt zuhause, anstatt Konsequenzen wie Bemerkungen im Zeugnis oder Verweise in Kauf zu nehmen.

Uns Schülern geht es nicht darum, nicht in die Schule zu gehen. Glaubt mir, ich würde auch lieber für meine vier Unterrichtsstunden am Freitag in der Schule sitzen und auf den Beginn des Wochenendes warten, anstatt demonstrieren zu gehen und die ganze kommende Woche darauf zu warten, welche Konsequenzen mich jetzt ereilen werden. Aber das ist keine Option mehr. Wir gehen jetzt auf die Straße, weil wir keine andere Möglichkeit mehr haben. Wir sind die Generation, die die Konsequenzen eures Handelns tragen werden. Unsere Kinder sind diejenigen, die vielleicht nicht mehr auf dieser Erde leben werden können.

Es geht nicht darum, ob Schüler*innen streiken “dürfen”, oder ob das als schwänzen gilt, es geht nicht darum, ob wir zu viel Stoff verpassen oder ob das Demonstrieren nur eine Ausrede ist, um nicht in die Schule gehen zu müssen. Die Frage ist nicht, wie die Kultusministerien mit den streikenden Schüler”innen umgehen und welche Konsequenzen angemessen sind. Es geht darum, endlich zu handeln und gegen den Klimawandel, die größte Bedrohung der Menschheit, vorzugehen.

Die Zeit des Handelns ist jetzt, die Jahrzehnte des Nicht-Handelns haben uns keine andere Wahl mehr gelassen.
Wir – müssen – streiken, bis ihr handelt.


Ein Appell.

“Wir sind das Volk” – Ein Satz, den man in letzter Zeit oft liest und hört, sei es in den Zeitungen, in Videos oder in Diskussionen mit Menschen verschiedenster Ansichten. Sie sind sich alle einig, sie sind das Volk, sie sind die Mehrheit und jeder, der etwas anderes behauptet, lügt.

Ich bin anderer Meinung (Große Überraschung, ich weiß.)
Aber so ist es nun mal in einer Demokratie, Menschen verschiedenster Ansichten müssen sich irgendwie einigen, diskutieren und sich miteinander austauschen.
Diese Diskussionen sind nicht immer sinnvoll und meistens kosten sie viel Zeit und Energie, Dinge, die viele Menschen in dieser Zeit nicht wirklich haben. Trotzdem ist es wichtig, sich einzusetzen, nicht einfach zu schweigen, weil es bequemer ist, weil man sich keine Feinde machen oder es sich mit dem Kollegen / Freund / Bekannten nicht verscherzen möchte. Aber wir können nicht mehr einfach still sitzen bleiben, während europäische Werte durch rechte Parolen mit Füßen getreten werden und unsere Gesellschaft, unsere Sprache mehr und mehr verroht und menschenverachtende Aussagen wieder salonfähig gemacht werden.

Es ist Zeit, aufzustehen. Sich einzusetzen für die Werte, die uns, die Deutschland und Europa ausmachen. Mitmenschlichkeit, Solidarität und unsere Fähigkeit, Kompromisse zu finden. Es ist Zeit, die Straßen nicht länger denen zu überlassen, die schreien “Wir sind das Volk”, denn das sind sie nicht.
Deutschland ist bunt, laut, vielfältig und nicht immer einer Meinung.

Wir nicht zulassen, dass eine Minderheit sich benimmt, als wäre sie die Mehrheit, dass eine kleine Gruppe von Menschen die gesellschaftliche Debatte bestimmt und alles anzweifelt, was nicht ihrem Weltbild entspricht. Es ist Zeit, aufzustehen.

Achtung, linksgrünversifft.

Wenn ich an Deutschland denke, dann fallen mir immer zuerst unsere Werte ein, Werte auf die ich stolz bin und die ich mittlerweile jeden Tag aufs Neue verteidigen muss. Offenheit, Toleranz, Akzeptanz und Menschlichkeit.

Dinge, die eigentlich einmal selbstverständlich waren, oder es zumindest einmal sein sollten. Und dann, dann lese ich mir die Artikel über Chemnitz durch, über den neuesten Aufmarsch der Nazis, der nun wirklich niemanden abgesehen von der sächsischen Polizei überrascht hat. Über einen wütenden Mob, der Menschen gejagt hat, die nicht ihrem Bild eines “Deutschen” entsprochen haben, über Medien, die die Ausschreitungen und Jagdszenen als “immigrationskritische Demonstrationen” bezeichnet haben und die ganze Situation als ein Gegenüberstehen von “extremen Lagern”.

Nein. Nein, es sind keine “extremen” Lager, es ist nicht extrem, gegen Ausländerhass, gegen Rassismus, gegen Nazis zu sein, es ist normal. Wer diese Demonstrationen als “linke und rechte” Aufmärsche verharmlost, der macht es normal, Dinge wie “Deutschland den Deutschen” zu skandieren und ganz offen den Hitlergruß zu zeigen, sowie Jagd auf “ausländisch Aussehende” zu machen.

Wenn Journalisten sich aus Angst vor den rechten Demonstranten nicht mehr trauen, ihre Arbeit zu machen, der gleiche Sender dann aber nur von “rechten und linken Demonstrationen” berichtet, dann ist auch dort etwas schief gelaufen. Ich komme nicht um das Gefühl herum, dass nicht nur unsere Politik, sondern auch unsere Polizei und Presse auf dem rechten Auge blind ist.

Chemnitz, diese Ausschreitungen, diese Hetzjagd ist ein direktes Resultat aus dem ewigen “Das wird man ja wohl nochmal sagen dürfen” und den immer weiter rechtsaußen positionierten Politikern, die in Talkshows eingeladen werden und ganz ungestraft ihre Theorien von “alimentierten Messerstechern” – so wie Alice Weidel im Bundestag – verbreiten dürfen.

Alles bleibt so, wie es ist.

Sie haben die Macht zu verletzen, zu heilen, zu töten. Worte sind die mächtigsten Waffen und die erfolgreichsten Heilmittel zugleich auch wenn sie zu selben Zeit so unfassbar bedeutungslos sein können, wie ein Tropfen Wasser in der Hitze der gesellschaftlichen Debatte.

So auch die Reden unsere Politiker, Worte gebadet in Gold, und doch am Ende des Tages nichts wert. Ein Goldstück entpuppt sich plötzlich als wertlose Karnevalsattrappe, das Gold nur eine billige Hülle, die die nicht einmal gute Schokolade darunter verbirgt.

Manchmal muss man sich als jugendlicher Mensch sehr anstrengen, um angesichts der Bedeutungslosigkeit unserer Stimmen nicht zu verzweifeln, um nicht aufzuhören, für seine Rechte zu kämpfen und um nicht einfach zu resignieren.

Wenn wir unseren Blick nach Amerika wenden, so sehen wir die Überlebenden von Parkland, die auch jetzt noch, Monate nach dem Massaker an ihrer Schule, für verschärfte Waffengesetze kämpfen, auch nach den weiteren Schießereien, die seither stattgefunden haben. Erst diese Woche veranstalteten sie ein „die in“ in einer Supermarktkette, welche Geld für den Wahlkampf eines Kandidaten gespendet hatte, welcher durch die NRA unterstützt wird. Eben jener Supermarkt hat nun angekündigt, politische Spenden bis auf weiteres auszusetzen und seine Spendenpolitik zu überdenken – Ein Sieg also, wenn auch ein relativ kleiner, denn bis jetzt hat sich die Debatte in Amerika kein Stück bewegt und die Regelungen zum Waffenverkauf wurden kein bisschen verschärft. Diese letzte Aktion der Aktivisten zeigt jedoch, dass ihre Stimme nicht immer einfach überhört wird, dass sich tatsächlich etwas verändern kann, wenn auch sehr langsam.

In unserem Land, auch wenn ich diese Formulierung recht ungern verwende, da ich mich nicht mit einem Land identifizieren kann und möchte, in dem rechte Parteien wie die AfD wieder so stark geworden sind, in einem Land in dem Vergewaltigungsopfer oft nicht ernst genommen werden, in dem ein bisschen Islamfeindlichkeit, Antisemitismus und Sexismus völlig normal und noch immer gesellschaftlich akzeptiert sind, verändert sich jedoch nichts. (Oder zumindest nicht zum Besseren.) Vorurteile und veraltete Mechanismen bleiben immer weiter bestehen, Feindlichkeiten (egal in welche Richtung) werden wieder salonfähig gemacht und als Aktivist ist man angesichts dieser ausbleibenden Veränderung oft kurz davor einfach aufzugeben.

Als politisch aktiver Mensch fühlt es sich so an, als würde man wieder und wieder gegen eine Wand rennen, gefestigt durch Jahrzehnte voller Vorurteile und Untätigkeit und nun verstärkt durch aggressive Rhetorik und dem angeblichen „Kampf gegen die politische Korrektheit, die einem den Mund verbieten will“. Anscheinend darf man ja jetzt „nichts mehr sagen“, weil alles ja gleich sexistisch oder rassistisch ist, obwohl du es ja „nicht so gemeint“ hast. Ich weiß zwar bis heute nicht, warum der Unterschied zwischen „flirten“ und „Übergriffigkeit“ nicht für alle Menschen klar erkenntlich ist, aber im Zweifelsfall hat ein „Ist das ok für dich?“ noch nie die Stimmung gekillt. So schwer ist das Ganze also nicht, Konsens heißt das Ganze übrigens, ist auch nicht wirklich ein neues Konzept und nein, schriftlich braucht man es auch nicht.
Ist es außerdem zu viel verlangt, rechte und andere politisch motivierte Straftaten konsequenter zu verfolgen und Opfer von Vergewaltigungen und Missbrauch ernst zu nehmen? Ist es zu viel verlangt, konsequenter gegen Schwulenfeindlichkeit, Sexismus und Diskriminierung vorzugehen und vor allem in der Jugend stärker aufzuklären? Ist es zu viel verlangt, dass der bayerische Staat seine absolute Neutralität in Religionsfragen beibehält?

All diese Forderungen sind nicht neu, nicht aus der Luft gegriffen und auf keinen Fall unmöglich zu erfüllen. Man müsste sich halt mal anstrengen, Politik für alle zu machen und nicht nur am rechten Rand auf Stimmenfang zu gehen, der die Parteien der „Mitte“ sowieso nicht wählen würde, egal wie viele Kreuze wir in Behörden hängen und welche Freiheitsrechte wir noch weiter beschränken.

Aber alles was wir bekommen sind leere Worte, aufgebläht, wohlklingend und so nichts sagend wie ein leeres Blatt Papier. Eines kann man jedoch auch aus den kunstvollsten Wortgebilden mit ihren Prä- und Suffixen immer noch herauslesen: Alles bleibt so, wie es ist.

 

Warum wir Feminismus brauchen und was das mit Im-Dunkeln-Joggen zu tun hat

Immer mehr Leute fragen mich, warum ich denn überhaupt noch Feministin bin, wenn in Deutschland doch eigentlich alle gleichberechtigt sind – so steht es zumindest in der Verfassung.

Gestern Abend war ich Joggen und habe mich ein bisschen in der Zeit vertan, jedenfalls wurde es sehr viel schneller dunkler, als ich zunächst angenommen hatte. Normalerweise laufe ich immer an einem Fluss entlang, weil ich keine Lust habe durch die Stadt zu rennen. Der Nachteil daran ist, dass dort nie viele Menschen unterwegs sind und es natürlich keine Beleuchtung gibt.
Gestern kamen mir einige Menschen entgegen, die alle im Dunkeln nur noch als Schemen erkennbar waren und während ich dort in der Dunkelheit vor mich hin lief schwenkten meine Gedanken unweigerlich zu all den Geschichten, die man immer wieder hört und speziell zu den Dingen, die schon bei uns in der Stadt passiert sind.
Deswegen habe ich mich unweigerlich jedes einzelne Mal, wenn ich eine neue Person auf mich zukommen sah verkrampft und mich erst wieder entspannt, als ich diese entweder als Frau (was nur eine von sieben Personen war) identifiziert hatte oder ich an ihr vorbeigelaufen war. Die Warnungen meiner Mutter “Lauf nicht alleine da hinten, du weißt, was da schon alles passiert ist” und “Im Dunkeln kannst du auf keinen Fall alleine joggen, wer weiß was da für Menschen unterwegs sind” hallten mir nur allzu deutlich im Kopf wieder und ich glaube ich habe für diese Strecke einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt, auch wenn ich davor circa zwei Monate Pause hatte, einfach weil ich so viel Angst hatte, dass ich nur noch so schnell wie möglich nach Hause wollte.

Ich will nicht die Mutter sein, die ihren Töchtern eventuell mal beibringen wird “Geh nicht nachts alleine nach Hause” und “Geh nicht im Dunkeln Joggen” weil ich Angst habe, dass ihnen etwas zustoßen könnte. Dieses Beispiel ist noch weit entfernt in der Zukunft, aber auch jetzt möchte ich nicht diejenige sein, die andere Freundinnen fragt, ob sie abgeholt werden, oder ob man sie begleiten soll und die unbedingt daran erinnert, dass man sich melden sollte, wenn man zuhause angekommen war. Ich bin aber leider genau diese Freundin, die genau diese Sätze immer und immer wieder wiederholt.

Weil ich mich nicht unbedingt sicher fühle, wenn ich alleine im Dunkeln unterwegs bin. Weil ich mich nicht wohl fühle, wenn ich mit Rock abends mit dem Board nach Hause fahre und weil ich mich nicht sicher fühle, alleine in abgelegenen Gegenden Joggen zu gehen.

Zum einen liegt das daran, dass die Vergewaltigungsrate unter Frauen höher ist als unter Männern, auch wenn die Dunkelziffer bei ihnen vermutlich höher ist, da das leider immer noch ein Tabuthema ist. Auch hier ist immer noch ein Problem, das Opfer oft für ihre Vergewaltigung verantwortlich gemacht werden, z.B mit den Fragen danach, was sie anhatten oder wie viel sie getrunken hatten. Zum anderen werden aber Männer öfters auf der Straße Opfer von Gewalt (aber Achtung, auch hier Gewalt durch andere Männer) aber trotzdem bringen wir nicht unseren Söhnen und Brüdern und Mitschülern bei, sie sollen nachts auf sich aufpassen, sondern den Mädchen, sie sollen ja nicht alleine unterwegs sein.

Irgendwas läuft also definitiv falsch und es sollte sich dringend ändern. Wir sollten Mädchen beibringen, keine Angst zu haben. Damit sie endlich aus diesem Angstdenken herauskommen. Aber wir können natürlich nicht die nächste Generation nicht ins kalte Wasser werfen und sagen “macht mal” auch wenn wir selbst es nicht einmal hinbekommen haben.

Was ich für mich aus dieser einen abendlichen Joggingrunde gelernt habe? Dass ich es wieder machen muss. So lange, bis ich keine Angst mehr habe. Die Welt besteht nicht nur aus bösen Menschen und ich will nicht, dass ich aus dieser Angst meine Freiheit nicht auslebe.

Und trotzdem gehe ich nächste Woche ins Kickboxen zum Probetraining. Denn hilflos will ich mich auch nicht fühlen.

Feminismus ist für alle da

Es gibt auch Diskriminierung gegen Männer. Ist Feminismus deswegen unnötig? Nein.

Feminismus setzt sich für alle ein, für Frauen, für die LGBTQ-Community und für Männer. Wir setzen uns gegen Rollenklischees, gegen Victim-Blaming, Slutshaming und Vorurteile gegenüber beiden Geschlechtern ein.

Es gibt nicht DEN Feminismus, der natürlich die “Feminazis” ist, die Frauen über alles stellen wollen. Das ist kompletter Unsinn, die Idee hinter Feminismus ist Gleichberechtigung für ALLE und diese haltlosen und sinnlosen Unterstellungen bringen einfach überhaupt nichts. Feminismus als weltweite Bewegung hat natürlich verschiedene Strömungen und ein paar Idioten die das Ganze für ihre eigene Ideologie missbrauchen, aber man kann diese nicht stellvertretend für die gesamte Bewegung nehmen.

Ich als Feministin will, dass jeder den Job machen kann, den er/sie machen will, ohne schlechter bezahlt zu werden, oder mit Vorurteilen kämpfen zu müssen. Ich will, dass jeder Kinder aufziehen kann (auch allein), ohne dafür schräg angesehen zu werden. Ich will, dass Männer Kindergärtner sein können, ohne als pädophil abgestempelt zu werden. Ich will, dass Frauen technische Berufe machen können, ohne sich ständig die “Frauen in der Technik” Fragen und Kommentare anhören zu müssen.

Und nein, das ist nicht meine “persönliche Auslegung” des Feminismus und ich muss mich auch nicht mit der vermeintlichen “Realität” die Gegner des Feminismus geschaffen haben, auseinandersetzen.

Es geht nicht darum, wer mehr diskriminiert wird, es geht darum, alle Diskriminierung und Vorurteile abzubauen, Gesetze anzupassen und jeden Menschen gleich zu behandeln.

Die Argumente von Feminismusgegnern drehen sich immer im Kreis. “Männer werden diskriminiert.” – Ja, werden sie. (Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in letzter Zeit wiederholen habe müssen) aber das ändert doch nichts daran, dass Frauen auch diskriminiert werden und der Feminismus sich für uns alle einsetzt.
Ein beliebter Vorwurf ist immer wieder, dass Feminismus den “Krieg der Geschlechter” befeuern würde, dass wir die Geschlechter spalten, anstatt sie zusammenzubringen. Aber ist nicht die eigentliche Argumentation, mit der das passiert das “Männer werden (auch) diskriminiert.” als Antwort auf “Frauen werden diskriminiert.” Denn allein schon diese Formulierung und Reaktion impliziert doch schon, dass es anscheinend nicht beides geben kann.

Feminismus ist unnötig? Schön wär‘s

Eine kleine Ankündigung vorweg: Ich als Feministin setze mich für beide Geschlechter ein. Nachdem ich in den letzten Tagen aber sehr oft zu Ohren bekommen habe, Feminismus sei unnötig, weil Frauen überhaupt nicht mehr diskriminiert werden (bzw Sexismus erfahren) würden, hoffe ich das nun zumindest ein Stück weit widerlegen zu können.

Die am 5. März veröffentlichte Studie befragte EU-weit 42.000 Frauen, darunter 1.500 in Deutschland. 33 Prozent der Frauen auf EU-Ebene gaben demnach an, seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren zu haben. 55 Prozent haben seitdem sexuelle Belästigung erlebt, in Deutschland sind es sogar 60 Prozent. Dazu zählen zum Beispiel unerwünschte Berührungen, Umarmungen oder Küsse. 33 Prozent der betroffenen Frauen in Deutschland gaben an, die sexuelle Belästigung im Arbeitsumfeld erlebt zu haben.

60% der Deutschen Frauen, das heißt drei von fünf Frauen haben seit ihrem 15ten Lebensjahr sexuelle Belästigung erfahren.

Ich bin 16 und habe sie schon am eigenen Leib erlebt. Bis jetzt gibt es nur wenige Menschen, mit denen ich offen darüber gesprochen habe, selbst meine Eltern wissen bis jetzt nichts davon. Warum? Aus Scham. Was küsse ich auch einen Menschen, den ich bis jetzt gerade nicht kannte? Ja, ich habe nein gesagt, aber er hat mich weiter angefasst, auch nachdem ich ihn versucht habe, wegzuschieben. Ich konnte nichts tun und war mit der Situation heillos überfordert. Als ich es dann irgendwann geschafft habe, zu gehen bin ich zu meiner Familie zurückgekehrt und habe mich verhalten, als wäre nichts gewesen.

Nichtsdestotrotz ist es “meine Schuld” – denn ich habe ihm ja Hoffnungen gemacht. Bin mit ihm mit, in die dunklere Ecke gegangen. Trotzdem war es nicht ok, dass er das gemacht hat. Als eine Freundin von mir neulich feiern war, wurde sie von einem Typen angegrapscht. Eine andere Freundin wurde beim Tanzen von hinten angemacht und aus ihrer Erzählung wörtlich hat er ihr “seinen Schwanz zwischen die Beine gepresst” – Ungefragt, auch nach Zurückweisung hörte er nicht auf.

Letztes Jahr hat eine Freundin von mir viel zu viel getrunken und ein Typ hat die Tatsache, dass sie zu betrunken war um “Nein” zu sagen, gnadenlos ausgenutzt. Im Klartext: Er hat sie vergewaltigt. Als sie irgendwann wieder bei unserer Gruppe aufgetaucht ist konnte sie nicht einmal sprechen, weil sie so sehr geweint hat. Aber sie will keine Anzeige erstatten, weil sie der Meinung ist, dass sowieso nichts passieren wird und weil sie nicht will, dass alle davon erfahren. Weil sie sich schämt.

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Für all diejenigen Menschen, die jetzt wieder mit “das sind nicht representative Einzelfälle” kommen – noch mehr Statistiken:

Fast die Hälfte der Frauen in Deutschland hat einer repräsentativen Umfrage zufolge sexuelle Belästigung erfahren. 43 Prozent der befragten Frauen gaben an, schon einmal sexuell bedrängt oder belästigt worden zu sein – bei den befragten Männern waren es zwölf Prozent. Das ergab eine Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, an der Ende Oktober rund 2.000 Menschen teilnahmen.

und noch eine:

40% der Frauen in Deutschland haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt.

25% der in Deutschland lebenden Frauen haben Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt (häusliche Gewalt).

42% der in Deutschland lebenden Frauen haben psychische Gewalt erlebt, z.B. Einschüchterung, Verleumdungen, Drohungen, Psychoterror.

und ein Video:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=b1XGPvbWn0A&w=560&h=315]

Feminismus “jammert nicht herum” (wie es die Autorin eines Kommentars beschrieb) sondern fordert Respekt ein. Ein Respekt, der definitiv nicht gegeben ist, wenn man sich diese Zahlen ansieht. Wenn Frauen noch nie persönlich so etwas erlebt haben, ist das schön. Aber das heißt nicht, dass so etwas nicht existiert.

Ich habe meine eigenen Erfahrungen. Und ich bin kein Einzelfall. Und wenn ich dafür aufstehe, und Gleichberechtigung fordere, mir aber nur entgegnet wird, dass auch Männer diskriminiert werden (was wahr ist), dann hast du das eigentliche Problem nicht verstanden. Das Problem ist, dass Frauen immer noch mit vielen Problemen zu kämpfen haben. Fast alle Vergewaltigungsopfer sind Frauen oder Kinder. (Ja, auch Frauen können Vergewaltiger sein, auch Männer Opfer) In Zahlen: 94% weibliche Opfer; 6% männliche Opfer

Was man dagegen tun kann? Bringt euren Kindern, euren Mitmenschen Respekt bei. Hört auf Mädchen, die sich freizügig kleiden, als Schlampe zu bezeichnen. Hört auf über Jungs zu sagen “es sind halt Jungen” wenn sie sexistische Kommentare machen. Seid respektvoll im Umgang miteinander und erklärt Opfern, dass es niemals ihre eigene Schuld ist. Bringt solche Delikte zur Anklage. Diese Menschen haben es verdient, bestraft zu werden.